Gibt es einen ethischen Standard, nach welchem Transhumanisten über eine „Verbesserung der Bedingungen menschlichen Daseins“ urteilen?

Der Transhumanismus lässt sich mit einer Vielzahl ethischer Systeme vereinbaren, und Transhumanisten haben selbst viele unterschiedliche Ansichten. Nichtsdestoweniger scheint man im Folgenden grundsätzlich übereinzustimmen:

Transhumanisten sind der Ansicht, dass die Bedingungen menschlichen Daseins verbessert worden sind, wenn die Daseinsbedingungen von Individuen verbessert worden sind. Praktisch heißt das, dass der Einzelne in der Regel darüber zu befinden hat, was gut für ihn/sie ist. Deshalb treten Transhumanisten für individuelle Freiheit ein, insbesondere für das Recht derer, die Technologie zur Erweiterung ihrer psychischen und physischen Kapazitäten einzusetzen beabsichtigen und ihre Kontrolle über ihr Leben zu verbessern
wünschen.

Von diesem Standpunkt aus ist eine Verbesserung der Bedingungen menschlichen Daseins eine Änderung, die Individuen mehr Möglichkeiten gibt, sich selbst und ihr Leben nach ihren Wünschen bedacht zu formen. Beachten Sie das Wort „bedacht“. Es ist wichtig, dass sich die Menschen zu Bewusstein kommen lassen, was sie wählen. Bildung, Informationsfreiheit, Informationstechnologien, „Idea Futures“ und eine mögliche
Erweiterung der Intelligenz können Menschen dabei helfen, wohlbedachte Entscheidungen zu treffen. (Idea  Futures ist ein Vorschlag, einen Markt zu schaffen, der es uns ermöglicht, Wetten auf ungesicherte wissenschaftliche Hypothesen oder Vorhersagen über die Zukunft abzuschließen, und der auf diese Weise aufrichtigen Konsens fördert. Hanson (1990).)