Google will mit Nanopartikeln Krebs und drohende Herzattacken im Menschen aufspüren

Google will rein in den Menschen. Das neueste futuristische Spezialprojekt des US-Internetgiganten: Eine Technik, die eine Art Frühwarnsystem für Krebs und andere Krankheiten werden soll. Dazu sollen winzige Nanopartikel in die Blutlaufbahn eingeschleust werden. Und ein Armband zeigt, wie es um die Gesundheit steht.

Die geplante Methode soll zunächst eine Art Frühwarnsystem sein. Google will damit kranke Körperzellen aufspüren und beispielsweise die Heilungschancen bei Krebs erhöhen oder drohende Herzattacken verhindern. „Jeder Test, für den sie einen Arzt aufsuchen, soll durch dieses System ersetzt werden“, erklärte Andrew Conrad auf einer Technikkonferenz der amerikanischen Zeitung The Wall Street Journal. Conrad leitet das Team für Lebenswissenschaften im Labor Google X. Die Forscher dort, so wurde im Juli bekannt, wollen alle medizinischen Daten über Menschen sammeln. Am Anfang sollen es knapp 200 Personen sein, später Tausende.

Magnetische Nanopartikel als Tablette schlucken

Für das Frühwarnsystem will das Forscherteam in Googles Geheimlabor magnetische Nanopartikel in den menschlichen Blutkreislauf einschleusen: Der Patient schluckt einfach eine Tablette. Die Nanopartikel darin sind nur so groß wie ein Tausendstel eines roten Blutkörperchens. Dessen mittlerer Durchmesser liegt übrigens bei sechs bis acht Mikrometern. Solange sich die Partikel frei bewegen, ist alles im grünen Bereich. Doch sobald sie an eine Zelle andocken, geht der Alarm los: Die Informationen werden dann nach außen transportiert – an ein Armband, das der Patient trägt und das mit Sensoren ausgestattet ist. […]

Skepsis bei Krebsexperten

Die Reaktionen auf Googles aktuellen Vorstoß fallen verhalten aus. So sagte Otmar Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg gegenüber faz.net: Prinzipiell seien Nanopartikel eine interessante Perspektive für die Diagnose und auch Behandlung von Krebserkrankungen. Aber: „Bevor eine solche Technik routinemäßig zur Früherkennung von Krebs eingesetzt werden kann, wird es nach meiner Überzeugung noch viele Jahre dauern.“

Auch Forscher in Deutschland experimentieren mit den winzigen Teilchen. So etwa das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung in Potsdam. Dort wurden Nanopartikel als Transportvehikel eingesetzt, um Krebsmedikamente zu Tumoren zu bringen. Im vergangenen Jahr wiesen die Forscher in Labortests nach, dass mit der Technik weniger Krebszellen überleben. […]

Quelle: ingenieur.de

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