Technologische Singularität

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Eine verbreitete Definition der sog. Technologischen Singularität bezeichnet einen zukünftigen Zeitpunkt, in dem Künstliche Intelligenz (KI) in der Lage ist, sich selbst zu verbessern und somit eine Intelligenz geschaffen wird, die diejenige des Menschen bei weitem übersteigt.

Drastische Fortschritte in der KI- und Computertechnologie würden eine Vielzahl von rasanten Fortschritten in anderen technologischen Bereichen mit sich ziehen. Als Beispiele können sog. Big Data Anwendungen in der Genomanalyse, Bioinformatik, Medikamentenentwicklung, Gehirnsimulation, Materialforschung, Energiesystemsteuerung und der Vorhersage zukünftiger Ereignisse genannt werden. Hier spielen leistungsstarke Computer bereits eine zentrale Rolle.

Historisch betrachtet scheint sich die technologische Entwicklung insbesondere seit dem 19. Jahrhundert zusehends zu beschleunigen. Insbesondere seit der Durchdringung der Durchdringung der Mikrochip-Technologie in den 1960ern hat die Computertechnologie rasante Fortschritte gemacht und zu der Beschleunigung beigetragen. Die Rechenleistung eines heutigen handelsüblichen Smartphones beträgt mehr als 14 Milliarden Instruktionen pro Sekunde (IPS), während die Computer der Voyager Raumsonde Mitte der 1970er gerade mal 8000 IPS schafften.

Also Beispiel für diese rasante Entwicklung der Mikrochip-Technologie wird meist das sog. „Mooresche Gesetz“ herangezogen, d.h. die seit Anfang der 1970er Jahre gemachte Beobachtung dass sich ca. alle 18 Monate die Zahl der Transistoren pro Mikrochip bei sinkenden Preisen verdoppelt. Dies bedeutet exponentielles Wachstum. Auch wenn die heutige Mikrochiptechnologie zwangsläufig eines Tages an physikalische Grenzen stoßen wird (wenn die Grenze eines Atoms erreicht ist), sind bereits neue Methoden entwickelt worden, um das „Mooresche Gesetz“ bis über das Jahr 2020 hinaus aufrecht zu erhalten. Somit ist mit weiteren Steigerungen der Leistungsfähigkeit von Computern zu rechnen. Hinzu kommt die Entwicklung völlig neuer Computerkonzepte, die bspw. von der Funktionsweise des Gehirns inspiriert sind. Jedoch werden in dieser Betrachtung ökonomische Faktoren nicht beachtet, bspw. die Frage danach, ob die Investition in teure neue Herstellungsverfahren für Unternehmen lohnenswert erscheint.

Künstliche Intelligenz wird ebenfalls zusehends leistungsfähiger und durchdringt unseren Alltag. Sie steuert bereits einen Großteil unserer Infrastrukturen, führt extrem komplexe Berechnungen und Simulationen durch und versorgt uns mit relevanten Informationen. Viele Aufgaben, die heute routinemäßig von Computern durchgeführt werden, könnte der Mensch gar nicht mehr mit der Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Präzision bewerkstelligen. Künstliche Intelligenz ist bereits in der Lage, immer besser mit dem Menschen zu interagieren (z.B. Instruktionen in natürlicher Sprache zu verstehen), zu lernen und von den Vorteilen der digitalen Informationsverarbeitung zu profitieren. Dies schafft die Grundlage für leistungsstarke KI-Systeme, die in mehr und mehr Bereiche des Lebens eindringen und dem Menschen letztendlich in den Punkten Geschwindigkeit, Präzision, Logik und analytischem Multitasking weit überlegen sind. Somit ist die Frage nach Maschinenbewusstsein oder menschenähnlicher KI evtl. von geringerer Relevanz als angenommen, da die überlegene Leistung der KI vielleicht gerade darin liegt, das zu können, was für Menschen schwierig oder gar unmöglich ist.

Aus dieser Sichtweise heraus befinden wir uns bereits im Prozess der beschleunigten technologischen Entwicklungen, Innovationszyklen und zusehends leistungsfähiger KI in Richtung „Singularität“.


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