Uploading


network-neurons-2-1043923-mUploading
 bezeichnet den (hypothetischen) Prozess, ein individuelles (menschliches) Gehirn auf einem externen Substrat (z.B. Computer) nachzubilden, sodass zwischen dem Original und der Nachbildung (Upload) praktisch kein Unterschied besteht. Das Upload hätte dieselben Erinnerungen, Fähigkeiten, Emotionen, Persönlichkeitsstrukturen, Reaktionsmuster etc. wie das Original. Es könnte bspw. in einer simulierten Realität „leben“, Erfahrungen sammeln, sich weiter entwickeln und mit Hilfe von Robotern oder Computer Interfaces mit der „Außenwelt“ interagieren.

Ausgangspunkt für die Realisierung des Uploading ist die Annahme, dass auch das menschliche Gehirn trotz seiner enormen Komplexität mit all seinen Neuronen (schätzungsweise um die 100 Milliarden beim Menschen), Axonen, Dendriten, Neurotransmittern und Vernetzungen etc. letztendlich durch Naturgesetze beschrieben und somit auch simuliert bzw. emuliert werden kann. Einige Wissenschaftler sind jedoch der Ansicht, dass quantenphysikalisch bedingte Effekte eine exakte Kopie unmöglich machen könnten.

Abgesehen von etwaigen quantenphysikalischen Phänomenen, wäre das Uploading kein prinzipielles Problem, sondern eine Frage der Komplexitätsbewältigung, Analysemöglichkeiten und Computerkapazitäten. Dieser Sichtweise zufolge wäre auch Bewusstsein lediglich ein Phänomen, das aus dem Zusammenspiel hochkomplexer und vielseitiger aber prinzipiell naturwissenschaftlich-mathematisch beschreibbarer Prozesse resultiert und somit simulierbar/emulierbar wäre.

Die Existenz funktionierender Gehirn-Computer-Schnittstellen, mit dessen Hilfe bspw. Roboter und Computerprogramme durch reine „Gedankenkraft“ gesteuert und Sinne wie Hören und Sehen durch elektrische Signal künstlich erzeugt werden können (bspw. bei Cochlea- und Retina-Implantaten), belegt, dass Gehirn und Computer gezielt miteinander kommunizieren können.

Ebenfalls arbeiten Wissenschaftler, inkl. internationale Konsortien im Rahmen des von der Europa-Kommission geförderten „Human Brain Projekts“ daran, zumindest Teile des menschlichen Gehirns zu simulieren. Um aber die Gehirnstrukturen in hinreichender Detailtiefe erfassen und nachbilden zu können, sind fortschrittliche Scanningmethoden sowie leistungsfähigere Computer für hochkomplexe und effiziente Simulationen notwendig. An der Simulation des Gehirns einfacher Organismen, wie bspw. von C.elegans wird bereits gearbeitet und ein Ziel des oben erwähnten Human Brain Projekts ist die Rekonstruktion des Gehirns einer Maus

Prinzipiell gibt es zwei Arten des Uploadingdestruktive und nicht-destruktive. Bei destruktiven Verfahren wird das Original-Gehirn bei dem Scanning- und Transferprozess zerstört, bspw.indem ein Hirnpräparat mit einem Knife-Edge Scanning Microscope in ultradünne Scheiben geschnitten wird, welches gleichzeitig seine Strukturen scannt und in einen Computer überträgt. Nicht destruktive Methoden umfassen bspw. Scans, die einem fMRI ähneln, jedoch hinsichtlich ihrer räumlichen und zeitlichen Auflösung derzeitigen Methoden weit überlegen sein müssten.

Eine weitere Methode könnte in Neuro-Cyborg-Technologien liegen. Forscher arbeiten bereits daran, Computerchip-Prothesen und künstliche Neuronen zu entwickeln, die in Zukunft verlorene Gehirnfunktionen ersetzen könnten. Ein stückweises Ersetzen von natürlichen durch funktional äquivalente künstliche Neuronen wäre somit auch als Upload zu werten.


Bild: http://www.freeimages.com/

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